Ramadan 16. Dezember 2025 8 Min. Lesezeit

Ramadan 2026 in Deutschland: Termine, Regeln und Bedeutung

Der heilige Monat Ramadan 2026 beginnt voraussichtlich am Abend des 18. Februar (erster Fastentag: 19. Februar) und endet am 19. März mit dem Zuckerfest (Eid al-Fitr). Erfahren Sie alles über Termine, Fastenregeln und die spirituelle Bedeutung des Ramadan für Muslime in Deutschland.

Was ist Ramadan?

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders und einer der wichtigsten Zeiten im muslimischen Jahr. Es ist ein Monat der inneren Einkehr, des Fastens und der spirituellen Reinigung. Millionen Muslime weltweit – darunter etwa 5,5 Millionen in Deutschland – begehen diesen heiligen Monat mit besonderer Hingabe.

Im Ramadan gedenken Muslime der Offenbarung des Korans an den Propheten Muhammad. Das Fasten (Saum) ist eine der fünf Säulen des Islam und dient der Selbstdisziplin, dem Mitgefühl für Bedürftige und der Stärkung der Beziehung zu Allah.

📅 Ramadan 2026: Wichtige Termine

Beginn des Ramadan 2026

Donnerstag, 19. Februar 2026 (erster Fastentag, nach Mondsichtung)

Das erste Teravih-Gebet findet am Abend des 18. Februar nach Sonnenuntergang statt.

Lailat al-Qadr (Nacht der Bestimmung)

16. März 2026 (27. Nacht des Ramadan)

Die heiligste Nacht im Islam, in der der Koran offenbart wurde. Viele Muslime verbringen diese Nacht mit Gebeten in der Moschee.

Eid al-Fitr (Zuckerfest)

Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. März 2026

Das dreitägige Fest des Fastenbrechens markiert das Ende des Ramadan. Familien kommen zusammen, beschenken sich und teilen festliche Mahlzeiten.

Hinweis: Der islamische Kalender folgt dem Mondzyklus. Die genauen Termine können um einen Tag variieren, abhängig von der Mondsichtung durch die örtliche muslimische Gemeinschaft.

🌙 Die Fastenregeln (Saum)

Was ist während des Fastens verboten?

Vom Morgengrauen (Fajr-Gebet) bis zum Sonnenuntergang (Maghrib-Gebet) verzichten Muslime vollständig auf:

Essen und Trinken

Keinerlei Nahrung oder Flüssigkeit, auch kein Wasser

Rauchen

Zigaretten, Shisha und andere Tabakprodukte

Intimität

Geschlechtsverkehr zwischen Ehepartnern

Negative Verhaltensweisen

Lügen, Klatsch, Streit und üble Nachrede

Wer ist vom Fasten befreit?

Der Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit. Bestimmte Personengruppen sind vom Fasten ausgenommen oder können es nachholen:

  • Kinder vor der Pubertät – Das Fasten wird erst mit Erreichen der religiösen Mündigkeit zur Pflicht
  • Kranke und Gebrechliche – Bei gesundheitlichen Risiken ist das Fasten ausgesetzt
  • Schwangere und Stillende – Wenn das Fasten das Kind gefährden könnte
  • Reisende – Bei langen oder beschwerlichen Reisen kann das Fasten nachgeholt werden
  • Menstruierende Frauen – Müssen die verpassten Fastentage später nachholen
  • Alte und chronisch Kranke – Können stattdessen Bedürftige speisen (Fidya)

⏰ Der Tagesablauf im Ramadan

Suhur (Morgenmahl)

Die letzte Mahlzeit vor Sonnenaufgang, etwa 30 Minuten vor dem Fajr-Gebet. Viele Muslime wählen nahrhafte, sättigende Speisen und trinken viel Wasser, um den langen Fastentag vorzubereiten.

Fastenstunden (ca. 8-13 Stunden)

Im Februar/März in Deutschland dauert das Fasten etwa 12-13 Stunden. Die Zeit wird mit Arbeit, Gebet, Koranrezitation und guten Taten gefüllt. Viele Muslime nutzen die Mittagspause für ein kurzes Ruhegebet (Dhuhur).

Iftar (Fastenbrechen)

Direkt nach dem Maghrib-Gebet (Sonnenuntergang) wird das Fasten traditionell mit Datteln und Wasser gebrochen, wie es der Prophet Muhammad tat. Anschließend folgt eine gemeinsame Mahlzeit mit Familie oder in der Moschee.

"O Allah, für Dich habe ich gefastet, an Dich glaube ich, und mit Deiner Versorgung breche ich mein Fasten."

Teravih-Gebet

Nach dem Isha-Gebet (Nachtgebet) versammeln sich Muslime in Moscheen zum besonderen Teravih-Gebet. In diesen zusätzlichen Gebetseinheiten (Rakat) wird der gesamte Koran über den Monat hinweg rezitiert.

✨ Spirituelle Bedeutung und Praktiken

Der Ramadan ist weit mehr als der Verzicht auf Essen und Trinken. Es ist ein ganzheitlicher Monat der spirituellen Erneuerung:

Koranrezitation

Viele Muslime setzen sich das Ziel, den gesamten Koran (30 Juz) während des Ramadan zu lesen. In Moscheen wird der Koran im Teravih-Gebet gemeinschaftlich rezitiert.

Zakat und Sadaqah (Spenden)

Der Ramadan ist der Monat der Großzügigkeit. Die verpflichtende Almosensteuer (Zakat) wird oft im Ramadan entrichtet, und freiwillige Spenden (Sadaqah) verdoppeln ihren Lohn.

Gemeinschaft (Umma)

Gemeinsame Iftar-Mahlzeiten in Moscheen und bei Familien stärken den Zusammenhalt. Nachbarn und Bedürftige werden zum Fastenbrechen eingeladen.

Vergebung und Versöhnung

Der Ramadan ist eine Zeit, um Streitigkeiten beizulegen, um Vergebung zu bitten und die Beziehungen zu Familie und Mitmenschen zu heilen.

Lailat al-Qadr – Die Nacht der Bestimmung

Diese Nacht, meist in den letzten zehn Tagen des Ramadan vermutet (oft die 27. Nacht), ist "besser als tausend Monate". In dieser Nacht wurde der Koran offenbart, und Gebete haben besondere Kraft.

"Wahrlich, Wir sandten ihn (den Koran) herab in der Nacht der Bestimmung. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate." (Koran 97:1-3)

🎉 Eid al-Fitr – Das Zuckerfest

Nach 30 Tagen des Fastens feiern Muslime weltweit das Fest des Fastenbrechens, auch Zuckerfest genannt. Es ist ein dreitägiges Fest voller Freude, Dankbarkeit und Gemeinschaft.

Traditionen am Eid-Tag

  • Eid-Gebet am Morgen: Gemeinsames Gebet in der Moschee oder auf großen Plätzen, gefolgt von einer Predigt
  • Zakat al-Fitr: Verpflichtende Spende für Bedürftige, vor dem Eid-Gebet zu entrichten
  • Geschenke und Süßigkeiten: Besonders Kinder erhalten Geldgeschenke (Eidiyah) und Süßwaren
  • Festmahl mit Familie: Aufwendige Mahlzeiten mit traditionellen Gerichten aus aller Welt
  • Besuche bei Verwandten: Familien besuchen sich gegenseitig und wünschen "Eid Mubarak" (Gesegnetes Fest)

Eid Mubarak! 🌙✨

"Möge Allah Ihr Fasten und Ihre Gebete annehmen!" – Mit diesen Worten gratulieren Muslime einander zum Fest. In Deutschland ist das Zuckerfest ein Ausdruck der kulturellen Vielfalt und wird auch von nichtmuslimischen Nachbarn zunehmend anerkannt und respektiert.

🇩🇪 Ramadan in Deutschland

Deutschland ist Heimat für etwa 5,5 Millionen Muslime. Der Ramadan 2026 fällt in den späten Winter, was kürzere Fastentage von etwa 12-13 Stunden bedeutet – eine willkommene Erleichterung im Vergleich zu Sommern mit bis zu 19 Stunden Fasten.

Herausforderungen und Chancen

Arbeit und Schule

Viele muslimische Arbeitnehmer und Schüler fasten trotz ihres normalen Alltags. Flexible Arbeitgeber ermöglichen es, Pausen für Gebete zu nutzen und eventuell früher Feierabend zu machen.

Urlaubsplanung für Eid

Das Zuckerfest ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Muslime nehmen Urlaub oder freie Tage, um das Fest mit Familie zu feiern. Einige Bundesländer erlauben muslimischen Schülern, am Eid-Tag freizunehmen.

Moscheen als Zentren

Moscheen bieten im Ramadan täglich Iftar-Mahlzeiten, Teravih-Gebete und Koranunterricht. Sie sind Treffpunkte für die Gemeinschaft und oft auch für Nichtmuslime offen.

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Fazit

Der Ramadan 2026 bietet Muslimen in Deutschland eine besondere Gelegenheit zur spirituellen Erneuerung. Mit kürzeren Fastentagen im Februar und März können sich Fastende voll auf die innere Einkehr, das Gebet und die Gemeinschaft konzentrieren.

Ob Sie zum ersten Mal fasten oder bereits ein erfahrener Fastender sind – der Ramadan ist ein Monat voller Segen, Barmherzigkeit und spirituellem Wachstum. Möge Allah die Gebete und guten Taten aller Fastenden annehmen.

Ramadan Kareem! رمضان كريم

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